Roboter gelten als aufwendig in der Programmierung. Punkt für Punkt anfahren, Positionen speichern, Bahnen manuell optimieren – das sogenannte Teaching schreckt viele Fertigungsbetriebe bis heute vom Robotereinsatz ab. Für die CNC-Bearbeitung mit einem Fräsroboter von MABI Robotic trifft diese Annahme jedoch nicht zu. Die Programmierung erfolgt in G-Code über eine CAM-Software, identisch zur konventionellen CNC-Fräsmaschine. Wer eine Werkzeugmaschine programmieren kann, kann auch diesen Roboter programmieren.
Warum Teaching als Hürde gilt
Bei klassischen Industrierobotern werden Bewegungsabläufe über das Teaching erstellt. Ein Bediener fährt den Roboter manuell an jede relevante Position, speichert die Punkte einzeln ab und verknüpft sie zu einer Bahn. Dieses Vorgehen hat in der Praxis spürbare Nachteile:
- Zeitaufwand: Jede neue Bahn muss Punkt für Punkt angelernt werden, bei komplexen Geometrien dauert das Stunden bis Tage
- Stillstand: Während des Teachings steht die Zelle, produktive Bearbeitung ist nicht möglich
- Spezialwissen: Die Programmierung erfordert Roboterfachkräfte mit herstellerspezifischen Kenntnissen
- Fehleranfälligkeit: Manuell angelernte Bahnen sind schwer reproduzierbar und aufwendig zu korrigieren
Für die Handhabung einfacher Pick-and-Place-Aufgaben mag Teaching genügen. Für die spanende Bearbeitung mit tausenden Bahnpunkten, engen Toleranzen und häufig wechselnden Werkstücken ist es schlicht ungeeignet.
G-Code statt Teaching: Der CNC-Ansatz von MABI Robotic
MABI Robotic verfolgt einen anderen Weg. Jeder Roboterarm der MAX-Serie ist vollständig CNC-gesteuert. Die Integration der Siemens SINUMERIK Steuerung erlaubt eine Programmierung mittels G-Code, wie sie CNC-Fachkräfte aus der Werkzeugmaschinenwelt kennen. Das zeitaufwändige Teaching entfällt komplett.
Der entscheidende Unterschied liegt in der Steuerungsarchitektur. Während konventionelle Industrieroboter mit einer eigenen Robotersteuerung und herstellerspezifischen Programmiersprachen arbeiten, wird der CNC Roboter von MABI wie eine Werkzeugmaschine angesprochen. Bewährte Technologiezyklen, vertraute Bedienoberfläche, durchgängige Prozesse von CAD bis Steuerung.
Der Workflow: Von der STEP-Datei zur fertigen Bearbeitung
Der Programmierablauf entspricht dem einer konventionellen CNC-Fräsmaschine und umfasst fünf Schritte:
- STEP-Datei laden: Das CAD-Modell des Werkstücks wird in die CAM-Software importiert
- Bearbeitungsstrategie festlegen: Schruppen, Schlichten, Werkzeugwege und Schnittwerte werden im CAM-System definiert
- G-Code generieren: Der Postprozessor übersetzt die Bearbeitungsstrategie in ausführbaren G-Code
- Code übertragen: Das Programm wird an die SINUMERIK Steuerung übergeben
- Bearbeitung starten: Der Fräsroboter arbeitet das Programm automatisch ab
Die Programmierung erfolgt über Siemens NX CAD-/CAM-Software mit G-Code-Postprozessor. CNC-Fräser und Fertigungsplaner können ohne Umschulung produktiv arbeiten, da der Workflow identisch zu konventionellen Fräsmaschinen abläuft. Neue Werkstücke bedeuten keine neue Roboterprogrammierung, sondern lediglich ein neues CAM-Projekt.
Siemens SINUMERIK: Werkzeugmaschinenlogik für den Roboterarm
MABI Robotic setzt konsequent auf Siemens SINUMERIK ONE. Diese Steuerung ist in der Werkzeugmaschinenwelt seit Jahrzehnten etabliert und bringt entscheidende Vorteile für die robotergestützte Zerspanung:
- Offene Architektur für die Integration in bestehende Siemens-Umgebungen
- Kompatibilität mit vorhandenen CAM-Workflows und Postprozessoren
- Vertraute Bedienoberfläche für CNC-Fachkräfte, ohne herstellerspezifische Robotersprache
- Reduktion der Einrichtzeiten durch bewährte Technologiezyklen
Viele CNC-Fachkräfte kennen die SINUMERIK Bedienoberfläche bereits aus der täglichen Arbeit an Werkzeugmaschinen. Dies verkürzt die Einarbeitung erheblich. Die Grundfunktionen, die Programmierung und die Fehlerdiagnose folgen derselben Logik, die in der zerspanenden Fertigung Standard ist.
Ergänzend bietet MABI Robotic praxisnahe Schulungen an, wahlweise im Werk in Veltheim oder nach der Installation direkt beim Kunden. Die Inhalte reichen von den Grundfunktionen der Steuerung über die G-Code-Erstellung und CAM-Integration bis zur präventiven Wartung.
Was der CNC-Workflow für Fertigungsbetriebe bedeutet
Der Verzicht auf Teaching verändert die Wirtschaftlichkeit des Robotereinsatzes grundlegend. Ein CNC Roboter, der sich wie eine Fräsmaschine programmieren lässt, senkt die Einstiegshürde auf mehreren Ebenen.
Bestehendes Personal bleibt produktiv. CNC-erfahrene Fachkräfte arbeiten ab dem ersten Tag mit dem System, ohne Umschulung auf eine Robotersprache. Der Fachkräftemangel in der Robotik verliert damit als Argument gegen die Automatisierung an Gewicht.
Häufige Werkstückwechsel werden wirtschaftlich. Da jedes neue Bauteil nur ein neues CAM-Programm erfordert, eignet sich der Fräsroboter auch für kleine und mittlere Losgrössen. Die Umrüstzeit beschränkt sich auf das Laden des Programms und das Einrichten des Werkstücks.
Die Prozesskette bleibt durchgängig. Von der STEP-Datei über das CAM-System bis zur Steuerung existiert ein einheitlicher, dokumentierbarer Workflow. Bahnkorrekturen erfolgen im CAM-Projekt, nicht am Roboter, und sind damit jederzeit reproduzierbar.
Fazit: Roboterbearbeitung ohne Robotik-Hürde
Die Annahme, Roboter müssten zwingend aufwendig programmiert werden, stammt aus der Welt des Teachings und gilt für die CNC-Robotik von MABI nicht. Wer heute eine CNC-Fräsmaschine programmiert, beherrscht den Workflow bereits: STEP-Datei laden, Bearbeitungsstrategie festlegen, G-Code generieren, Bearbeitung starten.
MABI Robotic AG entwickelt Fräsroboter mit Siemens SINUMERIK Steuerung und Secondary-Encoder-Technologie, die sich vollständig über G-Code programmieren lassen. Damit wird die robotergestützte Zerspanung für Fertigungsbetriebe zugänglich, die ihre CNC-Kompetenz direkt weiternutzen wollen, ohne in herstellerspezifisches Robotik-Know-how investieren zu müssen.
.jpg)
